
Impulse für textile Kreislaufwirtschaft, alternative Faserstoffe sowie Sicherheitslösungen in Genf
STFI auf INDEX2026
Vom 19. bis zum 22. Mai 2026 lädt die INDEXTM an den Genfersee zur weltweit führenden Vliesstoffmesse. Das Kompetenzzentrum Vliesstoffe des Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) wird vor Ort Neues aus der Vliesstoffforschung präsentieren. Aus dem Themenbereich textile Kreislaufwirtschaft zeigt das STFI akustisch wirksame Vliesstoffe aus Reststoffen des chemischen Recyclings. Impulse für die Substitution konventioneller Rohstoffe gehören ebenso zum Innovationsspektrum: beispielsweise der biobasierte und bioabbaubare Kunststoff Polybutylensuccinat (PBS) oder Kendyr als Alternative zur Baumwolle. Highlight ist das Ringgarn, das aus dem Stroh der Kendyrpflanze versponnen wurde. Kendyr hat den Vorteil, dass es auf Böden gedeiht, die vom langjährigen Baumwollanbau versalzen sind. Treffen Sie unser Messeteam an Stand 1369 in Genf.
Textile Kreislaufwirtschaft: Akustisch wirksame Vliesstoffe aus Reststoffen des chemischen Recyclings
Beim chemischen Recycling textiler Mischfraktionen fallen textile Reststoffe an, die aktuell meist nicht stofflich genutzt, sondern thermisch verwertet oder beseitigt werden müssen. Für eine weitere Kreislaufführung untersucht das STFI in Kooperation mit dem Unternehmen Refresh Global effiziente Aufbereitungs- und Verarbeitungsverfahren, um diese textilen Reststoffe einer erneuten Nutzung zuzuführen. Einsatz können diese in schallabsorbierenden Designprodukten, wie z.B. Akustikwänden oder -möbeln finden. Für die Verarbeitung dieser textilen Reststoffe eignen sich vor allem Vliesbildungsverfahren. Am STFI werden die Rezyklate auf Technikumsanlagen im Labor- bzw. semiindustriellen Maßstab mechanisch aufbereitet, bevor sie zu einem Vlies gelegt und verfestigt werden. Durch entsprechende Veredlung kann ergänzend eine optisch entsprechende Decklage direkt auf dem Vliesstoff integriert werden. Exponate zeigen die Nutzung als Akustikbilder und Miniatur-Schallkabine.
Schusssicher: Ballistisches Verbundtextil
Gezeigt wird ein ballistisches Verbundtextil auf Basis von Vliesstoffen, mit dem durch Formgebung und Auslegung bauliche Strukturen, vor allem die Innenbereiche von Gebäuden, insbesondere Schießanlagen, ausgestattet werden können. Die Forschungsarbeiten hatten einen dreidimensionalen, druckstabilen sowie biegesteifen Vliesstoffverbund zum Ergebnis, der nicht nur Schrapnelle sowie Querschläger auffängt und das Brandverhalten B1 nach DIN 4102-1 erreicht, sondern auch extrem stark schallabsorbierend wirkt und in kritischen Frequenzbereichen sehr gut dämpft. Verarbeitet und getestet wurden der Vliesstoffverbund in praktischen Platten, die zur Instandsetzung durchschusssicherer Böden, Wänden und Decken geschlossener Schießstände geeignet sind.
Rubio: mitteldeutsches Bündnis für Biokunststoffe
Die Entwicklung nachhaltiger Kunststofflösungen gewinnt angesichts globaler Umweltbelastungen, knapper werdender fossiler Ressourcen und ambitionierter Klimaschutzziele rasant an Bedeutung. Im Rahmen des regionalen Bündnisses RUBIO, das 18 Partner aus Mitteldeutschland sowie dem Raum Berlin-Brandenburg vereint, wurde der biobasierte und gleichzeitig bioabbaubare Kunststoff Polybutylensuccinat (PBS) umfassend untersucht, beginnend vom Ausgangsmaterial über den Herstellungsprozess bis hin zur industriellen Anwendung. Ziel war es, das Potenzial von PBS als umweltfreundliche Alternative zu Polyethylen zu bewerten und technologische Grundlagen für neue nachhaltige Wertschöpfungsketten zu schaffen. Das STFI als Bündnispartner konnte am Beispiel eines Netzes für Strohballen zeigen, dass der Biokunststoff PBS zur textilen Verarbeitung geeignet ist. Im Ergebnis liegen Spinnvliesstoffe, Bändchen und textile Strukturen vor. Es ist gelungen, ein gewirktes Strohballennetz zu entwickeln, welches den Anforderungen der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) an neuartige biobasierte Kunststoffe bezüglich der mechanischen Kennwerte gerecht wird.
Nachwachsende Rohstoffe: Kendyr –eine klimafreundliche Alternative zur Baumwolle

In vielen trockenen Regionen der Welt, insbesondere in Zentralasien, führt die jahrzehntelange Bewässerung von Baumwollfeldern zunehmend zu einer Versalzung der Böden – mit gravierenden Folgen für die Bodenfruchtbarkeit und damit die Zukunft des Baumwollanbaus. Diese Entwicklung gefährdet langfristig die weltweite Rohstoffversorgung der Textilindustrie. Eine internationale Forschungskooperation unter Mitwirkung des Sächsischen Textilforschungsinstituts e.V. (STFI) hat deshalb das Potenzial alternativer Rohstoffpflanzen, speziell des Kendyrs, untersucht. Die Untersuchungen belegten das Potenzial der Kendyrfasern, die im Produktionsmaßstab in Mischung mit 70 % Baumwolle zu einem Ringgarn 30 tex (Nm 34) prozesstechnisch stabil versponnen und als leichte Maschenware verstrickt (110-140 g/m²) wurden.
Besuchen Sie uns vom 19.–22.05.2026 in Genf an Stand 1369.
