Neues Prüfverfahren: normungsfähiges elektrostatisches Ladungstransfer-Elektrodensystems mit Brenngaskorrelation
Motivation
Während die ableitfähigen Eigenschaften der Ausgangsmaterialien von Schutzkleidung bereits normativ bewertet werden können (EN 1149-1, -3), existiert bis dato weltweit noch kein standardisiertes Bewertungskonzept zur Evaluierung vollständiger Bekleidungssysteme für entflammbare und explosionsgefährdete Bereiche. Seit Kurzem erfolgte auf europäischer Ebene die Installation der Normungsgruppe CEN/TC162/WG1/PG2. Ziel ist die Entwicklung der Norm EN 1149-4 zur Bewertung vollständiger ableitfähiger Schutzbekleidung hinsichtlich eines elektrostatischen Zündrisikos.
Lösungsweg und Ergebnisse
Derzeit existieren zwei Verfahren mit dem Potenzial der Integration in die EN 1149-4, die Ignition-Test-Prüfmethode (Entwickler BTTG, UK) und die STFI-Methode Ladungstransfer-Kleidungstest. Während bei der Ignition-Testmethode ein hochexplosibles Gas (Wasserstoff-Luftgemisch) zur Detektion zündwirksamer Entladungen verwendet wird, bewertet die STFI-Methode die Zündwirksamkeit der in einer Entladung übertragenen Ladungsmenge.
Ausgehend von diesem Sachverhalt bestand das Ziel des Forschungsvorhabens in der Entwicklung eines normungsfähigen Ladungstransfer-Elektrodensystems mit einer Brenngaskorrelation hinsichtlich der Detektion zündfähiger Entladungen für Gas-Dampf-Luftgemische der Explosionsgruppe ab IIC und einer Mindestzündenergie von ≥0,016 mJ. Zusätzlich erfolgte die Entwicklung einer geeigneten Bewertungsmethode. Mit der aktuell verfügbaren Elektrodenversion kann eine Messgenauigkeit für die Ladungserfassung im Bereich von < ±2 nC angegeben werden. Die realisierten Ergebnisse werden in die aktive Normungsarbeit integriert, an verschiedenartigen Kleidungsvarianten getestet und stetig weiterentwickelt.

