Molotowcocktailschutz

Hitzeresistente und atmungsaktive Schutzkleidung für Einsatzkräfte

Motivation


Spezialeinsatzkräfte sind körperlich anspruchsvollen Aufgaben in Einsätzen von bis zu über 10 h ausgesetzt. Das Tragen schwerer, mehrschichtiger Körperschutzausstattung (KSA) ist dabei eine zusätzliche Belastung. Aktuell steigen die Anforderungen an die KSA für Spezialeinsatzkräfte bei Polizei, Sondereinsatzkommandos und Feuerwehren durch die zunehmende Gewaltbereitschaft von rechts- und linksextremen Tätern, z. B. durch Attacken mit Brandbomben. Deshalb fordern die Einsatzkräfte das Gewicht der KSA unter Nutzung aktueller technischer Möglichkeiten und moderner Materialien zu reduzieren und den Tragekomfort bei ausreichender Schutzwirkung zu erhöhen.

Lösungsweg und Ergebnisse


Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung eines hitzebeständigen Gewebes für die Einsatzkleidung der Spezialeinsatzkräfte. Zielsetzung war entsprechend des Projektnamens insbesondere ein Schutz vor Molotowcocktailangriffen. Diese können schwerwiegende Verletzungen hervorrufen, welche es zu verhindern gilt. Das Verletzungspotential hängt insbesondere mit der extrem hohen Verbrennungstemperatur von 800 °C – 1.700 °C zusammen, aber auch der starken adhäsiven Wirkung der Brandsätze.
Die entwickelte Schutzkleidung zeichnet sich durch eine optimierte Faserzusammensetzung sowie durch eine spezielle Garn- und Gewebekonstruktion aus. Darüber hinaus wurde die Funktionalisierung des Gewebes angepasst. Es ist gelungen, den Hitzeschrumpf in den Garnen selbst sowie im Gewebe noch stärker zu begrenzen. Da im Zuge der Entwicklung auch Wert auf eine massenprodukttaugliche Garnkonstruktion gelegt wurde, liegen die innovativen Ansätze der Entwicklung insbesondere in der Materialzusammensetzung des verwendeten Fasergemisches. Gleichzeitig wurde der Tragekomfort bei ausreichender Schutzwirkung durch eine innovative Gewebebindung erhöht. Ein Kriterium für den Tragekomfort ist unter anderem die Atmungsaktivität, gemessen an der Luftpermeabilität des Anzugs. Es wurde eine beständige Ausrüstungsrezeptur entwickelt, um ein optimales Ablaufverhalten enthaltener Brandbeschleuniger von der Kleidung zu erhalten. Im Verlauf des Projektes wurde zudem erfolgreich eine Prüfmethodik, basierend auf dem „TNO – W 9999 – Molotov cocktail test“, für kleine Prüflinge entwickelt. Mithilfe der entwickelten Prüfmethodik wird das Brennverhalten der Schutztextilien unter Einbeziehung von anhaftenden Substanzen und hitzeverstärkenden Brandbeschleunigern geprüft. Darüber hinaus kann die Leistungsfähigkeit der entwickelten Gewebe bewertet werden.

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