Das war unser Akademiefrühstück 2026 am STFI
Generationen verbinden, Verständnis schaffen, Zukunft gestalten
Mit dem Akademiefrühstück 2026 setzte die STFI-Akademie ihre etablierte Austauschplattform für Personalverantwortliche, Ausbilder, Führungskräfte und Branchenvertreter fort. Unter dem Leitthema „Das Miteinander im Mehr-Generationen-Unternehmen“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen erfolgreich gestalten und insbesondere junge Menschen nachhaltig für Ausbildung und Beruf begeistern können.
Bereits zur Begrüßung machte Dr. Heike Illing-Günther, Geschäftsführerin des STFI, deutlich, dass Qualifizierung, Weiterbildung und Nachwuchssicherung zentrale Zukunftsaufgaben für die Branche bleiben. Gleichzeitig würdigte sie das Engagement von Jens Stopp und Denise Braun, die maßgeblich zum Ausbau der STFI-Akademie beigetragen haben. Die erfolgreiche Entwicklung der Akademie seit ihrer Akkreditierung, die jüngst wieder bestätigt wurde, und die stetig wachsenden Bildungsangebote zeigen, dass das STFI die Fachkräftesicherung aktiv mitgestaltet.
Generationen verstehen statt bewerten
Den fachlichen Auftakt gestaltete Denise Braun mit ihrem Impulsvortrag „Generationen im Wandel – Konflikt oder Chance?“. Anhand der unterschiedlichen Generationenprofile erläuterte sie, wie sich Werte, Erwartungen und Einstellungen zur Arbeit verändert haben. Dabei wurde deutlich: Unterschiede zwischen den Generationen sind kein Problem, sondern zunächst eine Realität, die Unternehmen verstehen müssen.
Ob Babyboomer, Generation X, Y, Z und bald auch Alpha – jede Generation bringt eigene Erfahrungen, Kommunikationsstile und Erwartungen mit. Konflikte entstehen häufig dort, wo gegenseitiges Verständnis fehlt. Als wesentlichen Lösungsansatz stellte Denise Braun daher den bewussten Perspektivwechsel heraus: Wer die Sichtweise anderer Generationen nachvollziehen kann, schafft die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen. Damit griff sie einen zentralen Gedanken der Veranstaltung auf: Generationenvielfalt kann zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden, wenn Unternehmen sie aktiv gestalten.



Praxisbeispiel IHK: Auszubildende als Botschafter ihrer Berufe
Wie erfolgreiche Nachwuchsgewinnung in der Praxis aussehen kann, zeigte Silvia Reichenbach von der IHK Chemnitz, Regionalkammer Plauen. Im Mittelpunkt ihres Beitrags stand die Initiative der IHK-Azubi-Botschafter.
Ein eigens produzierter Imagefilm verdeutlichte, wie junge Menschen authentisch für Ausbildungsberufe werben können. Aktuell engagieren sich 61 Auszubildende aus 28 Unternehmen des Kammerbezirks als Botschafter ihrer Berufe. Ziel der Initiative ist es, Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe Einblicke in Ausbildung und Berufsalltag zu geben und so das Interesse an beruflichen Perspektiven in der Region zu stärken.
Das Beispiel verdeutlicht, dass erfolgreiche Nachwuchsgewinnung heute zunehmend auf Glaubwürdigkeit und persönliche Erfahrungen setzt. Junge Menschen erreichen junge Menschen oftmals besser als klassische Unternehmenskommunikation.
Azubicamp: Persönlichkeitsentwicklung als Teil der Ausbildung
Einen weiteren praxisnahen Impuls lieferte Axel Vater von der Norafin Industries (Germany) GmbH. Er stellte das Azubicamp im Sportpark Rabenberg vor, das sportliche Aktivitäten mit Wissensvermittlung verbindet.
Neben Themen wie Social Media, Ernährung und Gesundheit steht vor allem die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden im Fokus. Ziel ist es, Resilienz, Selbstreflexion und die Wahrnehmung eigener Stärken zu fördern. Das Camp versteht sich als Ergänzung zur fachlichen Ausbildung und soll junge Menschen dabei unterstützen, Orientierung für ihren persönlichen und beruflichen Lebensweg zu entwickeln.
Besonders interessant war der regionale Ansatz: Auszubildende verschiedener Unternehmen eines Gewerbestandortes nehmen gemeinsam an diesem Programmen teil. Dadurch entstehen frühzeitig Netzwerke, die über Unternehmensgrenzen hinausreichen und die regionale Identifikation stärken.



Podiumsdiskussion: Wie gelingt Generationenmanagement im Alltag?
Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Podiumsdiskussion „Das Mehr-Generationen-Unternehmen in der Praxis“, moderiert von Ines Damm, IHK Chemnitz, Regionalkammer Plauen. Vertreter unterschiedlicher Generationen und Unternehmensrollen diskutierten offen über Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.
Besonders eindrucksvoll waren die Perspektiven der jüngeren Generation: STFI-Auszubildender Felix Adler, Produktveredler im ersten Lehrjahr, betonte die Bedeutung einer guten Betreuung durch Ausbilder und Ansprechpartner im Unternehmen. Janine Gündel, Personalreferentin, hob die offene Unternehmenskultur am STFI hervor. Wertschätzung und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen, seien wichtige Faktoren für Motivation und Bindung.
Einen spannenden Einblick in die Unternehmenspraxis gab auch Denny Sieber von Miriquidi Socks. Er schilderte persönliche Erfahrungen mit Generationenkonflikten im Zuge der Unternehmensnachfolge und erläuterte, warum er heute bewusst andere Wege in der Zusammenarbeit mit jüngeren Generationen geht. Durch Schulveranstaltungen und Betriebsbesichtigungen öffnet das Unternehmen seine Türen für potenzielle Nachwuchskräfte bereits in jungen Jahren.
Dr. Heike Illing-Günther machte deutlich, dass die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe kontinuierlich steigen. Neben der fachlichen Qualifizierung gewinnen soziale Kompetenzen, individuelle Begleitung und persönliche Entwicklung zunehmend an Bedeutung.
Axel Vater ergänzte die Diskussion um konkrete Beispiele aus seinem Unternehmen. Das Azubicamp ist der Anlass für gemeinsame Grillabende, bei denen sich Auszubildende und Führungskräfte auf Augenhöhe außerhalb des Arbeitsalltags begegnen, was letztlich den offenen Austausch fördere. Solche niedrigschwelligen Angebote stärken Vertrauen und Zusammenhalt über Hierarchie- und Altersgrenzen hinweg.
Gemeinsames Fazit: Zukunft entsteht durch gegenseitige Unterstützung. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Generationenvielfalt nicht als Herausforderung, sondern als Chance verstanden werden sollte. Erfolgreiche Unternehmen schaffen Räume für Dialog, gegenseitiges Lernen und persönliche Entwicklung. Dabei spielen sowohl strukturierte Ausbildungsprogramme als auch gelebte Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle.



